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Offener Brief an den Bürgermeister Hillenbrand (Dettenheim)



Sehr geehrter Herr Hillenbrand,

im Namen der Bündnisgrünen aus Graben-Neudorf möchte ich zu den Dettenheimer Straßenbauplänen wie folgt Stellung nehmen:

  • Neutrassierung der L602 zwischen Huttenheim und Rußheim:

Mit dieser Planung fängt das ganze Unheil an. Bisher war es relativ schwierig von der B35 auf die L602 nach Rußheim zu kommen. Durch die „Schikanerunde“ rund um den ehemaligen Vorteilkauf war es für den ortsunkundigen Autofahrer nicht attraktiv, diese Route einzuschlagen Nur der Ziel- und Quellverkehr nach Dettenheim benutzt die alte, holprige Straße.

Durch den geplanten Direktanschluss wird zusätzlicher Verkehr in diese Richtung verursacht. Die Abkürzung L602 nach Karlsruhe wird attraktiver. Verstärkt wird dieser Effekt noch dadurch, dass die bisherige „Hoppelstrecke“ durch eine gut ausgebaute Straße ersetzt werden soll.

Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass die Gemeinde Dettenheim eine solche Planung einfordert, die sich zum Nachteil der Bürger/innen von Rußheim auswirken wird.

Logische Folge dieser Entwicklung wird sein, dass Verkehrsberuhigungsmaßnahmen innerhalb der Durchfahrt von Rußheim notwendig werden, um den Durchgangsverkehr von Germersheim nach Karlsruhe abzuschrecken. Dies führt zum Paradoxon, dass die Dettenheimer Autofahrer den Zeitvorteil, den sie auf der Strecke von Huttenheim nach Rußheim erzielen, innerhalb der Ortschaften wieder verspielen.

Für mich als Naturschützer ist außerdem bedauerlich, dass hier wieder neue Flächen für den Straßenbau in Anspruch genommen werden. Diese Naturzerstörung ist für mich völlig unnötig.

Deshalb folgt für uns Grüne, dass ein Ausbau der bisherigen Trasse völlig ausreichend ist. Es gibt auch zahlreiche Dettenheimer Bürger, die diese Lösung bevorzugen würden.

  • Umgehungsstraße von Rußheim:

Noch aberwitziger wird die Situation dadurch, dass die Gemeinde Dettenheim eine Umgehung um Rußheim plant, um den Verkehr, den es momentan nicht gibt, den es aber nach der Neutrassierung geben wird, wieder aus dem Ort herauszubekommen. Dies ist ein klassischer Schildbürgerstreich.

Gegen diese Planung sprechen aus Sicht der Grünen folgende Punkte:

Die bisher bekannten Trassenvarianten werden FFH-Gebiete durchschneiden. Aus naturschützerischer Sicht sind diese nicht akzeptabel. Es ist zu bezweifeln, dass eine dieser Trassen jemals von den zuständigen Behörden genehmigt wird. Aber selbst wenn es wider Erwarten eine Genehmigung gibt, wird es entweder kostspielige Auflagen geben oder umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen, die von der Gemeinde geleistet werden müssen, die aber in den kommenden Krisenzeiten von Dettenheim kaum zu stemmen sein werden.

Vom Bund oder Land wird es in absehbarer Zeit keine Zuschüsse geben. Eine Verringerung des Verkehrs von etwa 6000 Fahrzeugen auf geschätzte 2-3000 ist nicht förderfähig. In Baden-Württemberg gibt es noch zahlreiche andere Gemeinden mit weitaus dringenderen Verkehrsproblemen, wie z. B. in Graben-Neudorf, das trotz Umgehungsstraße immer noch mit mehr als 10.000 Fahrzeugen in der Ortsdurchfahrt zu kämpfen hat.

Doch der gewichtigste Punkt aus Graben-Neudorfer Sicht gegen eine Umgehungsstraße um Rußheim ist die Ableitung des Verkehrs nach Graben. Alle bisher bekannten Varianten sehen den Abschluss der Umgehungsstraße auf der Kreisstraße von Graben nach Rußheim vor. Eine Fortsetzung dieser Straße auch um Liedolsheim herum ist völlig illusorisch, da hierfür weder Geld vorhanden ist noch eine Genehmigung durch die Naturschutzbehörden denkbar ist.

Daher wird der überörtliche Verkehr - nur für diesen wird diese Straße gebaut - auf Jahrzehnte in Richtung Graben fahren müssen. Doch dort muss er sich durch die Bismarckstr. quälen, die für diesen Zweck nicht geeignet ist. Eine solche Planung ist mit den Prinzipien guter Nachbarschaft nicht vereinbar, sondern wird das Verhältnis zwischen den beiden Gemeinden in schwerwiegender Weise belasten. Dettenheimer Gemeinderäte haben deshalb der Gemeinde Graben-Neudorf geraten, doch eine Südumgehung um Graben zu bauen. Ein solcher Vorschlag wird von vielen Grabener BürgerInnen als Affront gewertet. Erst leitet man den Verkehr nach Graben hinein und dann sollen wir hier Millionen ausgeben, um unsere Gemarkung mit einem weiteren, aus unserer Sicht unnötigen Straßenbauwerk zu zerschneiden. Auf dieser Straße wird kein Graben-Neudorfer fahren, sondern diese Straße wird ausschließlich für Ortsfremde gebaut, die dort nur wegen der verfehlten Dettenheimer Verkehrspolitik fahren.

Es ist deshalb verständlich, dass sich die Graben-Neudorfer dagegen wehren müssen. Die Gemeinde Dettenheim wird deshalb auf massiven Widerstand aus Graben-Neudorf treffen, wenn sie die Planung der Umgehung um Rußheim vorantreiben wird.

Mit freundlichen Grüßen

Armin Gabler

- Gemeinderat von Bündnis 90/Die Grünen -



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